Unsere Flitterwoche auf der SY Lili Marleen - 17.07.04 bis 24.07.04

Eine Woche Segeln unter dem Motto "Zu den Ankerplätzen der alten Koggen"


Für alle Neugierigen gibt es gleich zu Beginn eine Karte mit unserer Route auf der Ostsee.

route-ostsee

Die Reise führte uns von Neustadt/Holstein über Kopenhagen, Helsingborg, Ystad, Bornholm, Warnemünde zurück nach Neustadt/Holstein.


Und nun geht es mit einem Fotoalbum und Informationen zum Geschehen an Bord weiter!

Wer keine Lust oder Zeit hat den ganzen langen Text zu lesen, kann mit einem Klick auf den nachfolgenden Link auf ein kleines Fotoalbum gelangen.

Fotoalbum Flitterwoche auf der SY Lili Marleen



Datum Tagesbericht Wind / Wetter
Sa
17.07.04
Es ist kurz nach 9 Uhr morgens, wir sind gerade mit dem Zug über Nacht von München nach Neustadt/Holstein gefahren, wo wir uns nachmittags auf der SY Lili Marleen einschiffen werden. Die Zugfahrt war natürlich wieder einmal sehr erlebnisreich, aber in Neustadt angekommen, zählt für uns nur noch eins: Jetzt gibt es Früstück! Frisch gestärkt beschließen wir die Stadt zu erkunden, erste Postkarten zu schreiben und bei strahlendem Sonnnschein noch ein Eis zu genießen. Nach mehrmaligem Umkreisen der Lili Marleen ist es uns nämlich gelungen unser Gepäck bereits auf dem Schiff abzugeben, so dass dem Stadtbummel nichts mehr im Weg steht.

Dann endlich ist es 15 Uhr und gemeinsam mit zahlreichen inzwischen ebenfalls eingetroffenen Passagieren gehen wir an Bord. Nachdem wir zu unserer Kabine gebracht worden sind und die Formalitäten erledigt haben, streifen wir auf dem Schiff herum. Dabei wird Florian sofort von seiner Segelleidenschaft gepackt und stellt Sandra gleich dutzende Fragen, die sie leider nicht beantworten kann. Aber dafür gibt es ja den Kapitän. Gegen 18 Uhr verlässt die Lili Marleen den Hafen von Neustadt und nimmt Kurs auf Kopenhagen, das wir am nächsten Tag gegen 18:30 erreichen sollen.
So
18.07.04
Um 8 Uhr morgens kommen wir das erste Mal in den Genuss des sogenannten Morgenweckers, der uns über die Aktivitäten des jeweiligen Tages informiert. Nachdem wir uns frisch geduscht über das leckere und sehr reichhaltige Frühstücksbuffet hergemacht haben, drehen wir eine ausführliche Runde auf dem Schiff. Da strahlender Sonnenschein aber kaum Wind herrscht, machen wir es uns mit ausreichend Lektüre auf einer der Sonnenliegen bequem und starten ganz gemütlich in unseren ersten Tag auf See. Bei so viel Zeit zum Lesen habe ich (Sandra) das erste meiner zwei mitgebrachten Bücher schon fast ausgelesen, als wir nachmittags nach einem opulenten Mittagsbuffet in Sichtweite der Öresundbrücke Richtung Kopenhagen motoren. Gegen 17:30 erreichen wir deutlich eher als geplant Kopenhagen und fahren vorbei an der kleinen Meerjungfrau in den Hafen ein. Wir machen keine 10 Gehminuten von Schloss Amalienborg direkt vor einem Kopenhagener Museum fest und schlendern gemeinsam die letzten Sonnenstrahlen nutzend durch den Stadtteil Nyhavn. Nachdem wir unser zweites 4-Gang-Menü genossen haben, tut ein kleiner Verdauungsspaziergang not, bei dem wir die noch im Bau befindliche Oper in vielfarbigem Scheinwerferlicht bewundern.
Mo
19.07.04
Nach dem Früstück haben wir den ganzen Montag vormittag Zeit auf eigene Faust Kopenhagen zu entdecken. Auf der Suche nach schönen Postkarten und Fotomotiven für Verwandte und Freunde streifen wir durch Nyhavn bis ins Zentrum Kopenhagens und vorbei an Schloss Amalienborg zurück zur Lili Marleen. In einem Cafe machen wir es uns bis kurz vor 12 gemütlich und ich (Sandra) kann in Ruhe meine Postkarten schreiben. Zum Mittag sind wir wieder an Bord, und es geht danach auch gleich weiter zu unserer nächsten Station - Helsingborg in Schweden. Helsingborg liegt an der engsten Stelle des Öresunds in der schwedischen Landschaft Skane (Schonen). Praktisch nur einen Steinwurf entfernt, liegt auf dänischer Seite Helsingör, dessen Schloss Kronburg man bei klarem Himmel sehr gut von Helsingborg aus sehen kann. Wir erreichen Helsingborg am Montag kurz vor dem Abendessen und schlendern nach einem erneut sehr reichhaltigen und extrem leckeren Mahl vor dem Schlafengehen noch kurz durch die Stadt.
Di
20.07.04
Am Dienstag stehen vormittags Schloss und Park Sofiro und ein kurzer Stadtrundgang in Helsingborg auf dem Programm, bevor es Richtung Ystad weitergeht. Die Parkanlage um Schloss Sofiro ist sehr beeindruckend. Man kann hier locker einen ganzen Tag verbringen und hat noch nicht einmal die Häfte aller botanischen Kostbarkeiten gesehen. Berühmt ist der Park vor allem für seine mehrere hundert Rhododendren, die im Frühjahr einen Besuch so unvergesslich machen. Aber auch im Juli lohnt ein Besuch auf jeden Fall, da das Schloss auf der Anhöhe eines kleinen Tales steht, und sich die Parkanlage durch dieses Tal direkt bis an den Strand erstreckt. Von dort aus hat man bei klarer Sicht einen fantastischen Blick über den Öresund auf Schloss Kronburg. Die Könige Schwedens und Dänemarks konnten sich also quasi winken :-) Von Schloss Sofiro ging es im Bus zurück nach Helsingborg, das mit 100.000 Einwohnern vergleichsweise groß ist. Zum Vergleich: Ystad (bekannt geworden durch die Romane von Kurt Wallander) hat nur knapp 25.000 Einwohner. Besonders gefallen haben uns in Helsingborg die vielen kleinen engen Gassen des Stadtkerns, in denen man das ein oder andere Fachwerk-Kleinod entdecken kann. 12:30 legen wir dann in Richtung Ystad ab, das wir am nächsten Morgen erreichen sollen. Der Abend klingt diesmal also unter klarem Sternenhimmel an Bord der Lili Marleen aus.
Mi
21.07.04
Bei diesigem Wetter steht am Mittwoch ein Ausflug entlang der schwedischen Ostküste auf dem Programm. Wir besuchen die Burg Glemmingehus, die etwa 30 Autominuten von Ystad entfernt liegt. Nun hat man ja von Burgen so eine bestimmte optische Vorstellung, die auf Glemmingehus allerdings überhaupt nicht zutrifft. Sie liegt auf keinem Hügel oder Berg sondern einfach mitten in der flachen Landschaft und hat eher die Anmutung eines etwas zu groß geratenen Rittergutes. Es gibt kaum Fenster im Hauptgebäude, weshalb es auch kein Wunder ist, das im Inneren eine äußerst unangenehme Dunkelheit herrscht. Wie die alten schwedischen Ritter das bloß ausgehalten haben. Im Anschluss daran ging es weiter zu einer kleinen Fischräucherei, in der wir leider nicht viel über die Kunst des Räucherns gelernt haben. In erster Linie durften wir mit verschiedenen Gewürzmischungen geräucherte Makrelen probieren. Bei anfänglich nur leichtem Nieselregen beschließen Florian und ich, wagemutig die Düne hinter der Räucherei zu erklimmen, um uns eine rätselhafte Steinformation anzusehen. Es handelt sich dabei um 50 große Findlinge, die in Form eines Schiffsrumpfes aufgestellt sind und den Namen Alen Stenar tragen. Bisher gibt es nur zahlreiche mehr oder wenig plausible Erklärungen dafür, so dass man der Phantasie freien Lauf lassen kann. Ungefähr auf der Hälfte des Weges verwandelte sich der Nieselregen jedoch in einen regelrechten Wolkenbruch, weshalb wir völlig durchnässt beim Bus ankamen und uns den Stadtrundgang durch Ystad geschenkt haben. Schließlich wollten wir nicht den Rest des Törns mit einer Erkältung verbringen. Gegen 13:00 haben wir in Ystad mit Kurs auf Rönne / Bornholm abgelegt, welches wir spät abends erreichen sollten.
Do
22.07.04
Frisch und munter stehen wir pünktlich 8:30 an der Pier und warten auf unsere dänische Reiseführerin, die uns den Norden Bornholms zeigen wird. Dieser Ausflug ist eigentlich insgesamt der hektischste, da wir drei verschiedene Orte besuchen - die Burgruine Hammershus (eine gigantische Anlage), den Fischerort Gudhjem und die Rundkirche in Österlars. Unserer Reiseführerin haben es besonders die Sagen um den Troll / Riesen Kröllebölle und seiner Familie angetan. Kein Wunder also, dass sie uns die ganz Busfahrt über das leckere Kröllebölle-Eis anpreist :-) Bei mir und einigen anderen Gästen hat sie damit Erfolg. Letzten Endes stellt sich jedoch heraus, dass es ganz normales (sehr leckeres) dänisches Softeis ist. Der Fischerort Gudhjem ist besonders wegen seiner zahlreichen bunt angestrichenen Fachwerkhäser interessant. Einige der, wie ich finde, schönsten Fotos, haben wir dort geknipst. Hier finde ich auch das erste Mal seit Kopenhagen wieder Zeit Postkarten zu schreiben. Die letzte muss ich sogar der Reiseführerin mitgeben, da ich sie nicht mehr selbst in den Postkasten werfen kann. Punkt 12:00 legen wir in Richtung Warnemünde ab, das wir am nächsten Tag erst nachmittags erreichen sollen. Ganze 112 Seemeilen (1 Seemeile = 1852m) legen wir bis dahin zurück.
Fr
23.07.04
Am Freitag kommt schon fast etwas Abschiedsschmerz von den Flitterwochen auf - es ist unser letzter Tag auf der Lili Marleen. Am Samstag morgen werden wir in Neustadt/Holstein von Bord gehen und uns auf die lange Rückfahrt nach München machen. Wir haben an diesem Tag wie auf Bestellung wunderbares Wetter und können den Vormittag noch einmal richtig auf unseren Sonnenliegen faulenzen. Nachmittags erreichen wir Warnemünde und schlendern die Hafenpromenade entlang. Es herrscht ordentliches Gedränge, so dass wir beschließen uns ein ruhiges Plätzchen in einem Cafe zu suchen. Bei einem kühlen Getränk schweifen unsere Gedanken ab. Dann heißt es ein letztes Mal zurück an Bord der Lili Marleen. Während des Abendessens legen wir in Warnemünde ab und nehmen Kurs auf Neustadt, den Heimathafen der Lili Marleen.
Sa
24.07.04
Kurz nachdem wir zum Frühstück gegangen sind, erreichen wir den Hafen von Neustadt. Danach geht alles ganz schön schnell. Schwupp die Wupp sind wir von Bord der Lili Marleen gegangen und wandern mit unseren Koffern Richtung Bahnhof. Wir fahren über Lübeck und Hamburg nach München. Dort kommen wir gegen 17:30 an und können uns gar nicht mehr vorstellen, dass wir erst vor einer Woche ganz freudestrahlend in den Urlaub gefahren sind. Eine Woche vergeht eben wie im Flug :-) Trotzdem möchten wir diese spannende Reise nicht missen und werden uns immer wieder gern daran zurück erinnern. Und außerdem kommt der nächste Urlaub bestimmt :-)

Hier geht's zurück zur HomePage