Unser erster Segeltörn - 29.03.03 bis 05.04.03


SKS-Törn Slowenien - Kroatien (Portorož - Mali Losinj - Portorož)

Unseren ersten größeren Segeltörn - einen SKS-Ausbildungstörn - haben wir nun schon seit zwei Wochen erfolgreich überstanden.

An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an unseren super Skipper von der Segelschule JoJo aus München.
Es war eine unvergessliche Woche!

Doch nun mehr zum Geschehen an Bord:

Datum Tagesbericht
Sa
29.03.03
Wir sind um 3:45 aufgestanden und packen unsere letzten Sachen zusammen. Gegen 5:00 will uns unsere "Mitfahrgelegenheit" abholen. Gegen 5:30 ist alles Gepäck im Kofferraum verstaut, und wir machen uns auf den Weg Richtung Portorož. Die Fahrt dauert etwa 7 Stunden, so dass wir gegen 12:30 dort eintreffen. Im Restaurant der Marina treffen wir uns mit Mitseglern & Skippern und erfahren, wer mit uns eine Woche auf dem gleichen Boot verbringen wird. Kuriosität am Rande: auf jedem der drei JoJo-Boote, die in dieser Woche unterwegs sein werden, gibt es jeweils nur eine bzw. zwei Frauen. Nach anfänglich zu erledigenden Formalitäten geht es ab ca. 14:00 endlich auf die Segel-Yacht, und unsere Crew (Skipper Karsten, Michael, Guido, Martin, Patrick, Torsten, Florian und ich) erhält die Sicherheitseinweisung an Bord. Etwa gegen 18.30 haben wir alle Vorräte und unser Gepäck an Bord verstaut und verkrümeln uns mit den anderen zwei Crews zum Essen in die Pizzeria. Erst kurz nach Mitternacht heißt es ab ins Bett.

So
30.03.03
Das Motto "Früh aufstehen" wird von unserer Crew nicht so strikt eingehalten, was sich in den folgenden Tagen auch nicht ändern wird. Damit haben wir unser "Markenzeichen" unter den anderen Crews weg: "Die Letzten". Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt haben, besprechen wir unser erstes Ablegemanöver und Patrick setzt es gleich bravourös in die Praxis um. Endlich kommen wir der wahren Seeluft näher! Unsere Ziele heißen heute Piran (Ausklarien aus Slowenien), Porec (Einklarieren in Kroatien) und... (soweit wir eben kommen). Wir beginnen kurz nach der Hafeneinfahrt mit dem ersten Manöver unter Motor, das wir alle schon vom SBF See kennen - MOB einmal für die ganze Crew bitte. Da der Wind uns heute im Stich lässt, nehmen wir erst einmal unter Motor Fahrt auf und genießen das schöne Wetter. Gegen 17:00 beschließen wir gemeinsam mit einem der anderen JoJo-Boote den Hafen Vrsar anzulaufen und an Bord unser erstes selbstgekochtes Abendessen zu genießen. Der Koch, Torsten, zaubert ein köstliches Gemüserisotto, das restlos vertilgt wird. Seeluft macht eben hungrig.

Mo
31.03.03
Am nächsten Morgen legen wir in Vrsar ab und machen uns auf den Weg nach Pula. Diesmal haben wir ordentlich Wind und machen fast den ganzen Tag Fahrt unter Segeln. Im Verlauf des Tages üben wir Segel setzen, Segel einholen und unsere ersten Wenden. Nebenbei sind unsere Navigatoren ständig mit kleinen Aufgaben beschäftigt und werden schon auf die schwierige Nachteinfahrt in Pula aufmerksam gemacht, die uns noch bevorsteht. Nach der Mittagspause sichten wir einige Delphine, die langsam in unsere Richtung schwimmen. Ein anderer Segler st¨rmt allerdings so schnell heran, dass sie schnell wieder das Weite suchen. Am Nachmittag erfahren wir, dass eines der anderen JoJo-Boote Probleme mit dem Motor hat und kramen in unseren diversen Werkzeug- und Ersatzteilkoffern auf der Suche nach einem Ersatzteil. Leider haben wir das benötigte Teil nicht an Bord, was gegen Abend dazu führt, dass wir längsseits gehen und es ins Schlepptau nehmen. So wird die geplante Nachteinfahrt zum wahren Abenteuer für unsere Navigatoren Torsten und Martin, die nach Einbruch der Dunkelheit alle zwei Minuten mit den Ferngläsern ein ganz bestimmtes Leuchtfeuer suchen... Sie lösen ihre Aufgabe meisterhaft und bewahren uns davor samt Anhang auf irgendeine Untiefe zu laufen. Die erfolgreiche Einfahrt in den Hafen wird dann abends mit einem kräftigen Schluck Wein begossen.

Di
01.04.03
So, nun ist schon Dienstag morgen, und wir verlassen nach einem krätigen Frühstück Pula mit Ziel Mali Losinj. Das bedeutet, wir werden bei ordentlich Wind und schönem Wetter den Kvarner überqueren. Nebenbei werden natürlich wieder kräftig Manöver geübt: Segel setzen (Groß und Genua), Wende, Halse, Bullenstander setzen und Segel bergen. Nachmittags treffen wir dann unsere anderen JoJo-Kollegen, die schon auf der Rückfahrt von Mali Losinj sind. Unser Skipper erkundigt sich noch einmal nach dem Wetter und nach einem o.k. von Michi (Skipper der Curieux JoJo) steht unserer Überfahrt nichts mehr im Wege. Also fröhlich weitersegeln - gesagt getan. Spät abends legen wir dann in Mali Losinj an und sind natürlich erst mal ordentlich ausgehungert. Nach dem Aufklarieren des Schiffes machen wir uns also auf die Suche nach einem Restaurant, dass unsere hungrigen Mägen noch füllen kann. Nach etwas Laufarbeit findet sich auch noch eines, in dem wir dann köstlich speisen. Der nächste Tag kann kommen!

Mi
02.04.03
Als wir nach tiefem Schlaf am Mittwoch morgen erwachen, müssen wir leider feststellen, dass uns Petrus nicht mehr so gewogen ist. Es ist stark bewökt und sehr windig. Aber was hilft's, wir müssen uns auf den Rückweg machen, schließlich wartet am Freitag eine Prüfung auf uns. Spätestens mitten auf dem Kvarner vergeht auch dem letzten das Witzeln über die Seekrankheit. Inzwischen ist uns allen etwas flau im Magen. Unser Schiff tanzt zwischen den Wellen hin und her. Die Crew käpft noch mit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit der Rettungswesten und Lifebelts und lernt nebenbei gleich noch, wie man die Genua gegen die Arbeitsfock tauscht. Ist gar nicht so einfach an den Schoten zu stehen, wenn der Wind ordentlich pfeift (ging zumindest mir als Frau so)! Aber da waren ja noch sieben starke Männer, die mir unter Arme greifen konnten :-) Abends sind wir mit den anderen Crews im Hafen von Porec zum Essen verabredet - bei Vera. Aus diesem Grund wird uns den ganzen Tag vom Skipper angeraten nichts zu essen, da wir uns dort wohl wieder rausrollen müssen. Aber bei dem Schaukeln auf dem Boot hat sowieso keiner Hunger. Wir schaffen es glücklich über den Kvarner und beginnen uns so langsam auf das Abendessen zu freuen, da wir in die Landabdeckung der Küste kommen. Gegen 20:00 legen wir in Porec an und nach dem Aufklarieren des Bootes strömen wir fröhlich zu Vera. Nach einem wunderbaren Abend mit köstlichem Essen und Getränken trollen wir uns wieder in Richtung Boot und schlafen glücklich und zufrieden ein.

Do
03.04.03
Am Donnerstag morgen wird uns mit Schrecken bewusst, dass die Prüfung nicht mehr weit ist, und wir auch noch den Weg nach Portorož zurück legen müssen, obwohl das Wetter gar nicht gut aussieht. Der Wetterbericht verheißt auch nichts besseres als der Blick in den Himmel. Also beschließt unser Skipper Portorož unter Motor anzulaufen, da wir gegen den Wind mit Segeln bei der Windstärke nicht wirklich eine Chance haben. Und da wir alle ganz wild auf die SKS-Praxispüfung sind, haben wir auch nichts dagegen. Allerdings macht uns das Wetter einen Strich durch den Übungsplan, so dass wir am Freitag vormittag noch richtig viel zu wiederholen haben werden. Gegen Nachmittag wird das Wetter so eklig, dass wir im 30min-Rhythmus zu zweit am Steuer stehen, während der Rest sich unter Deck aufwärmt. Die ultimative Probe für unsere Segelkleidung also, leider war meine nicht so optimal, nach der halben Stunde, war ich ziemlich nass und auch ein wenig durchgefroren. Für das nächste Mal kaufe ich mir dann doch was Offshore-taugliches. Nachdem wir ordnungsgemäß wieder in Piran nach Slowenien einklariert haben, legen wir gegen 18:30 in Portorož an und besprechen vor dem Essen kurz die wichtigsten Sachen für die Prüfung am nächsten Tag. Satt und etwas ängstlich, zumindest ich war es, gehen wir gegen Mitternacht ins Bett.

Fr
03.04.03
So, nun ist er also da, der große Tag - die SKS-Praxisprüfung steht an. Den ganzen Vormittag fährt jeder in der Bucht von Portorož noch einmal alle Manöver, die für die Prüfung wichtig sind und vor lauter Aufregung verzapfen wir da auch ein paar ganz schöne Schnitzer. Gegen 11:30 legen wir wieder in Portorož an und bekommen von unserem Skipper erst mal was zur Stärkung serviert, vielleicht hilft uns der volle Magen ja dann auch gleich bei der Prüfung :-) Nach einigen Stunden des Wartens, schließlich müssen ja auch noch andere Boote geprüft werden, sind wir an der Reihe und unser erstes Crewmitglied ist mitten drin in der Prüfung, denn es heißt: "Klar zum Ablegen!". Torsten bewahrt die Ruhe und gibt die erforderlichen Kommandos, und wir legen ab. Danach geht es ans Segel setzen. Nachdem auch das erledigt ist, muss jeder reihum seine Manöver fahren. Nach ungefär zwei Stunden haben wir die Prüfung fast hinter uns. Nun muss einer von uns wieder im Hafen anlegen. Danach müssen wir jeder noch ein paar theoretische Fragen beantworten und bekommen dann das Ergebnis mitgeteilt. Alle auf unserem Boot haben die praktische Prüfung bestanden! Da ist natürlich die Freude groß. Zur Feier des Tages gehen wir ins Ribic Fisch essen und erzählen uns noch einmal von unseren kleinen Missgeschicken und Ängsten. Nach einem sehr leckeren Essen fallen wir erschöpft ins Bett mit dem Wissen das unser Törn schon fast zu Ende ist und morgen nur noch das Boot putzen auf uns wartet.

Sa
05.04.03
Nun ist also Samstag vormittag und Putzen und Aufräumen ist angesagt. Nachdem wir die Segel schon am Freitag abend wieder ordentlich für die nächste Crew zusammengelegt haben, wartet nun noch das Sortieren und Verteilen der übrig gebliebenen Lebensmittel sowie der Großputz des Segelbootes auf uns. Flugs sind die Leute verteilt, und jeder macht sich an die Erfüllung seiner Aufgabe. Was es da nicht alles zu tun gibt: Wassertanks auffüllen, volltanken, Deck schrubben, Segellast putzen, Reling wienern, alle Kojen putzen (auch unter den Bodenbrettern), Pentry putzen, Toiletten schrubben usw. Aber nach einigen Stunden ist es geschafft, und die nächste Crew kann kommen. Langsam verabschieden wir uns voneinander, um wieder nach Hause zu fahren und fiebern in Gedanken schon wieder dem nächsten Törn entgegen.



Wer sich für ein paar Fotos vom Törn interessiert, kann mit einem Klick auf den nachfolgenden Link auf ein kleines Fotoalbum gelangen, dessen Inhalt von zweien unserer Crewmitglieder zur Verfügung gestellt wurde. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Fotografen Patrick und Martin.

Fotoalbum SKS-Praxistörn

Damit jeder Leser nun nach der hoffentlich spannenden Lektüre auch weiß, wo genau wir unterwegs waren, hier eine Landkarte von Istrien und dem Kvarner-Gebiet.

istrien_kvarner

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